Abolition 2000

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Erklärung (Deutsch)

Während der ersten Wochen der Konferenz zur Überprüfung und Verlängerung des Atomwaffensperrvertrags im April 1995 stellten Friendensbewegte aus aller Welt fest, daß die Abschaffung der Atomwaffen nicht als Tagesordnungspunkt der Konferenz vorgesehen war. Einige Friedensbewegte haben daraufhin die folgende Erklärung entworfen, welche die Kampagne “Abolition 2000″ ins Leben rief. Inzwischen haben mehr als 2000 Bürgerinitiativen und Nichtregierungs-organisationen diese Erklärung unterschrieben und arbeiten aktiv in zwölf Arbeitsgruppen, um die hier aufgeführten elf Punkte zu erreichen.

Eine sichere und bewohnbare Welt für unsere Kinder und Enkel und alle künftigen Generationen ist nur möglich, wenn wir das Ziel erreichen, die Welt von Atomwaffen zu befreien und für die Zerstörungen der Umwelt und das menschliche Leiden, die als Hinterlassenschaft aus 50 Jahren Atomwaffentests und -produktion erwachsen sind, Abhilfe zu schaffen.

Desweiteren müssen die unauflösliche Verbindung zwischen “friedlicher” und militärischer Nutzung atomarer Technologie und die Bedrohung für künftige Generationen, welche die Erschaffung und der Einsatz langlebiger radioaktiver Materialien mit sich bringen, bewußt erkannt werden. Wir müssen uns auf saubere, sichere und erneuerbare Formen der Energieerzeugung verlegen, die kein Material für Massenvernichtungswaffen liefern und nicht auf Jahrtausende hinaus die Umwelt vergiften. Das wahre “unveräußerliche” Recht ist nicht das auf Atomenergie, sondern das auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit der Person in einer atomwaffenfreien Welt.

Eine atomwaffenfreie Welt kann nur behutsam und Schritt für Schritt errichtet werden, darüber sind wir uns klar. Wir sind überzeugt, daß dies technisch machbar ist. Das einzige wirkliche Hindernis ist der Mangel an politischem Willen, insbesondere von Seiten der Atomwaffenstaaten. Genauso wie chemische und biologische Waffen verboten sind, müssen auch Atomwaffen verboten werden.

Wir rufen alle Staaten — vor allem die erklärten und die tatsächlichen Atomwaffenstaaten — auf, folgende Schritte zu unternehmen, um die Abschaffung von Atomwaffen zu erreichen. Darüberhinaus drängen wir die Teilnehmerstaaten des Atomwaffensperrvertrags dazu von den erklärten Atomwaffensaaten bindende Verpflichtungen zu verlangen, diese Maßnahmen einzuleiten.

  1. Verhandlungen über eine Konvention zur Abschaffung von Atomwaf- fen, in der der stufenweise Abbau aller Atomwaffen innerhalb eines ausgearbeiteten zeitlichen Rahmens festgelegt wird und die wirksam dessen Überwachung und Durchsetzung regelt, sollen sofort begonnen werden und bis zum Jahr 2000 abgeschlossen sein.*
  2. Unverzügliche Zusicherung, unter keinen Bedingungen Atomwaffen einzusetzen oder mit dem Einsatz zu drohen.
  3. Ein wirklich umfassender Atomteststoppvertrag soll rasch zum Ab- schluß kommen. Er soll keinerlei Vorbehalte enthalten, jedoch die ausdrückli- che Absicht, die Entwicklung von Atomwaffen durch alle Staaten auszu- schließen.
  4. Die Produktion und die Stationierung neuer und weiterer atomarer Waffensysteme ist einzustellen. Der Abzug und die Demontage stationierter atomarer Waffensysteme soll begonnen werden.
  5. Militärische sowie zivile Herstellung und Wiederaufarbeitung aller waffenfähigen radioaktiven Materialien ist zu verbieten.
  6. Alle waffentauglichen radioaktiven Materialien und nuklearen Anlagen sämtlicher Staaten sind internationaler Rechenschaftspflicht, Beobachtung und Sicherstellung zu unterstellen. Eine internationale öffentliche Registrierung allen waffentauglichen radioaktiven Materials ist einzuführen.
  7. Forschung, Entwurf, Entwicklung sowie experimentelle Labortests von Atomwaffen einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf nichtatomare hydrodynamische Explosionen und Computersimulationen, sind zu verbieten. Alle Atomwaffenlabors sind internationaler Kontrolle zu unterstellen, alle Atomtestgelände sind zu schließen.
  8. Weitere atomfreie Zonen sind einzurichten ähnlich den mit den Verträgen von Tlatelolco und Raratonga geschaffenen.
  9. Der Einsatz von Atomwaffen oder seine Androhung ist öffentlich und vor dem Weltgerichtshof als ungesetzlich anzuerkennen und zu erklären.
  10. Eine internationale Energieagentur ist einzurichten, welche die Entwicklung nachhaltiger und ökologisch sicherer Energieträger vorantreibt und unterstützt.
  11. Es sind Mechanismen zu schaffen, die sicherstellen, daß Bürger und Nichtregierungsorganisationen an der Planung und Kontrolle des Prozesses der Abschaffung von Atomwaffen beteiligt sind.

Eine Welt ohne Atomwaffen ist eines der Menschheitsziele. Dieses Ziel kann nicht durch ein Nichtverbreitungsregime erreicht werden, das einer kleinen Gruppe von Staaten das Recht einräumt, Atomwaffen zu besitzen. Die gemeinsame Sicherheit von uns allen erfordert den vollständigen Abbau aller Atomwaffen. Unser Ziel ist die fristgemäße und bedingungslose Abschaffung der Atomwaffen.

* Die Konvention sollte unumkehrbare Maßnahmen zur Abrüstung verfügen, einschließlich, jedoch nicht auschließlich, die folgende: alle stationierten Waffensysteme abziehen und entschärfen; Sprengköpfe entschärfen und demontieren; Sprengköpfe und waffentaugliche radioaktive Materialien unter internationale Aufsicht stellen; ballistische Raketen und andere Trägersysteme zerstören. Die Konvention könnte auch die oben aufgeführten Maßnahmen einschließen, die unabhängig davon unverzüglich durchgeführt werden sollten. Wenn sie vollständig erfüllt ist, würde diese Konvention den Atomwaffensperrvertrag ersetzen. [Zurück zu Punkt Eins]

Falls Eure Organisation die Erklärung unterschreiben möchte, bitte schickt eine Email mit Kontaktname, Name der Organisation, Adresse, Fax und Telefonnummer, email sowie www-Adresse an asalloum@rideauinstitute.ca